Das "glückliche Huhn auf der grünen Wiese" ist ein Märchen,
...das wußten wir ja schon immer, nur war es bisher nicht wissenschaftlich belegt. Ein Team um die britische Forscherin Marian Stamp Dawkins ("Die Entdeckung des tierischen Bewußtseins") untersuchte an 20.000 Hühnern verschiedener Betriebe deren Gewohnheiten in unterschiedlichen Auslaufvarianten und zu drei verschiedenen Jahreszeiten. (Videobeobachtung 14h tägl.)
Sowohl zur Jahreszeit als auch zum Bewuchs der Ausläufe konnten hohe Korrelationen festgestellt werden - so verließen im Winter nur einzelne Tiere freiwillig den Stall. Aber auch bei "hühnerfreundlichen" Temperaturen wagten sich nur 15% der Hühner ins Freie, wobei nachgewiesen werden konnte das der Bewuchs mit Bäumen und Gebüsch signifikant förderlich wirkt.
Offensichtlich handelt es sich bei der Abneigung der meisten Hühner gegen offenes Gelände demnach nicht, wie zunächst von radikalen Freilandbefürwortern angenommen - um eine durch unangepaßte Aufzucht erworbene "Faulheit" bzw. "Ungewohntheit", sondern um einen von den Dschungel-Vorfahren ererbten Schutzinstinkt.
Quelle: Nature.com, 08/03
Abstract und Original
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