Verhalten: Lernen Küken das Zahmsein von der Glucke? Geschrieben am Montag, 06.Januar. @ 20:00:00 CET
Thema: Hühner
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Wer mich kennt, weiß, dass ich immer so weit wie möglich bemüht bin, das tiereigene Verhalten nicht zu beeinflussen.
Seit dem vorigen Sommer bin ich jedoch Besitzerin einer Grünleger-Hybride, die - zugekauft - sich extrem menschengeprägt verhält, z.B. begrüßt mich diese Dame bis heute an jedem Morgen durch Aufflattern auf die Stallwand.

Und bringt dieses Verhalten offenbar auch ihrem Nachwuchs bei!
Ist so ein Verhalten der Küken ererbt, geprägt, erlernt oder rasseabhängig?
Ererbtes Verhalten: zu den "angeborenen" Verhaltensweisen, die durchschnittliche Hühnerküken unabhängig von ihrer Umwelt zeigen, gehören unter anderem das Picken, einige Merkmale bei der Futterauswahl, und die Fähigkeit, Schutz zu suchen. Da diese beiden jedoch weder mit der zahmen Glucke verwandt sind, noch die Elterntiere ein ähnlich vertrautes Verhalten zeigen, kann man hier "ererbte Zahmheit" ausschließen.
Prägung: Auch Hühner lassen sich Prägen, wenn auch weniger umfassend als z.B Enten und Gänse. Die sensible Phase, während derer die entsprechenden Eindrücke besonders intensiv (lebenslang!) gelernt werden, ist ca 3h lang und liegt zwischen der 16. und 32. Stunde nach dem Schlupf. Was während dieser Zeit beweglich ist und Laute von sich gibt wird für immer als "Mutter", "Partner" oder Bezugspunkt angesehen -der Vorgang des Prägens ist bei den meisten Tieren irreversibel, läßt sich also auch durch "umlernen" nur bedingt korrigieren. Dessen eingedenk störe ich grundsätzlich keine Küken in den ersten 24h (soweit möglich) - bei diesen beiden entfällt sogar der Gedanke daran: sie waren ungeplant und sind mir erst aufgefallen, als sie piepsend durch das Nest liefen. Zahm durch Prägen kann ich also auch ausschließen hier.
Lernen von der Glucke:Den letzten Teil des Tierverhaltens macht, nach angeborenem und durch Prägung hervorgerufenen Mustern, erlerntes Verhalten aus. Sowohl das Lernen von der Glucke (so vorhanden), als auch eigene Erfahrungen und Lernen von Artgenossen haben einen Einfluß. Wie sehr die Küken sich nach ihrem Vorbild richten (und nicht nach anderen Hennen in der Herde), sieht man an den beiden hier ja deutlich. Obwohl keine der anderen Hennen aus der Herde auch nur in meine Nähe kommt, folgen die Kleinen dem Verhalten der Glucke.

Rassebedingtes Verhalten : ... wäre der einzig andere Grund für die Küken, ebenfalls "von selber" zutraulich zu werden. Die Küken sind Vorwerk bzw. Vorwerk-Mixe (remember: sie waren nicht geplant ;-) ) - dazu habe ich allerdings noch keine eigenen Vergleichsmöglichkeiten - meine anderen Vorwerks sind sämtlich zugekauft und aus Kunstbrut. Das sie mich nun aber umlaufen würden, kommt trotzdem nicht vor ;-)
bblume
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